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  • “Pre-Marketing” bei Investmentfonds: Nicht ohne die Bafin

    Will ein Fondsanbieter potenzielle Investor*innen ansprechen, um ihr Interesse an einem Fonds schon vor der Auflage zu testen, muss ab sofort die Bafin darüber informiert werden – beispielsweise durch das zuständige Haftungsdach. Bei Nichtbeachtung droht eine saftige Strafe.

    Die Zeiten, in denen die Vorab-Ansprache von potenziellen Fondsinvestor*innen in Deutschland weitgehend unreguliert war, sind mittlerweile vorbei. Seit dem 2. August 2021 ist in Europa als Teil des Fondsstandortgesetzes nicht nur der Begriff des sogenannten “Pre-Marketing” definiert; es gelten darüber hinaus auch einheitliche Regeln, die von den Fondshäusern eingehalten werden müssen.

    Als Pre-Marketing versteht die EU “das direkte oder indirekte Bereitstellen von Informationen über Anlagestrategien oder Anlagekonzepte gegenüber in der EU ansässigen potentiellen professionellen Investoren, um deren Interesse an einem Fonds zu testen, der noch nicht aufgelegt ist oder für den es im jeweiligen Mitgliedsstaat noch keine Vertriebsanzeige gibt“.

    Haftungsdach muss die Bafin informieren

    Ab sofort muss das Fondshaus oder das dazugehörige Haftungsdach der Bafin zwei Wochen vor dem Start des Pre-Marketing mitteilen, dass potenzielle Investor*innen angesprochen werden. Erfolgt keine Anmeldung bei der Finanzaufsicht, gilt das als Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße von bis zu 200.000€ bzw. in Höhe des Zweifachen des aus dem Verstoß gezogenen wirtschaftlichen Vorteils geahndet werden können.

    Besonders kleinere Anbieter hatten in der Vergangenheit ihre Nischenfonds häufig mit der Zulassung 34f am Markt angeboten und zuvor aus Werbezwecken Pre-Marketing durchgeführt. Mittlerweile müssen auch diese Gesellschaften eine WpIG-Zulassung beantragen – oder ein Haftungsdach wie CONCEDUS nutzen, das die Abstimmung mit der Finanzaufsicht übernimmt.

    Zur Mitteilung an die Bafin im Rahmen des Pre-Marketing gehört die Benennung der EU-Länder, in denen das Pre-Marketing stattfinden wird sowie der angedachte Zeitraum. Darüber hinaus muss der Fondsmanager beschreiben, wie die Vorab-Ansprache aussehen wird und welche Anlagestrategie bei dem entsprechenden Fonds verfolgt wird.

    Weitere Informationen findest Du hier.

    Interview: „Der It-Bereich ist immer viel von Entwicklung und Wandel geprägt“

    Die IT ist das zentrale Element in der Zusammenarbeit des digitalen Haftungsdachs CONCEDUS mit den angeschlossenen Fintechs. CTO Marcel Lacroze erklärt im Interview, welche Vorteile digitale Workflows haben, welche Voraussetzungen die jungen Finanzunternehmen in Bezug auf ihre Infrastruktur erfüllen müssen und was eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter im IT-Team von CONCEDUS bestenfalls mitbringen muss.

    Warum wählen immer mehr Fintechs CONCEDUS als Haftungsdach aus?

    Marcel: Wir bei CONCEDUS haben den Anspruch, alles digital zu machen. Das ist für viele Unternehmen, die jetzt mit Ihren Finanzlösungen an den Markt gehen, natürlich sehr interessant. Es muss aber nicht nur digital zugehen, sondern auch schnell sein und natürlich skalierbar. Deshalb setzen Fintechs auf ein digitales Haftungsdach wie CONCEDUS. Keiner will mehr stapelweise Dokumente haben und die dann in Aktenordnern abheften müssen – und deshalb kommen sie zu uns. Das ist der gleiche Grund, weshalb die Menschen immer mehr auf Lösungen wie N26 setzen: weil es moderner ist, weil es schneller ist und wahrscheinlich auch ein bisschen cooler.

    Macht es für die Zusammenarbeit mit den Fintechs einen Unterschied, ob sie eine eigene Software-Infrastruktur haben?

    Marcel: Ob die Fintechs eine eigene IT-Lösung haben oder auf eine externe Software setzen, macht für uns im Prinzip keinen Unterschied. Aus rein technischer Sicht und losgelöst von allen Regularien, die es natürlich einzuhalten gibt, ist die Hürde für eine Zusammenarbeit mit uns nicht sonderlich hoch, beispielsweise um sich mit unseren Schnittstellen zu verbinden – und das ist ja auch unser Anspruch. Es gibt bei CONCEDUS zu dem jeweiligen Anwendungsfall eine feste Dokumentation, die wir in Abstimmung mit unseren Kunden und mit Blick auf die Regulatorik entwerfen. Die Prozesse laufen dann automatisiert ab, so dass möglichst wenig eingegriffen werden muss. Wenn eine eigene IT-Lösung besteht, ist die Kommunikation oftmals einfacher und geht auch schneller, weil die Unternehmen dann schon ziemlich genau wissen, was bei ihnen so los ist. Wenn die IT outgesourct ist, kann das schon mal etwas komplizierter sein – aber problematisch ist das für uns nicht.

    Wie läuft die Integration der IT-Systeme mit Euren Partnerunternehmen dann ab?

    Marcel: Viele Dienste und Module, die wir aktuell bei unseren Kunden einsetzen, sind bereits geschrieben und müssen vorrangig implementiert werden. Diese IT-Systeme müssen aber natürlich fortwährend weiterentwickelt und angepasst werden – das kriegen die Fintechs aber in der Regel gar nicht mit. Die Unternehmen brauchen dafür keine reinen Entwicklerinnen und Entwickler, sondern eher Personen, die das auf deren Seite implementieren. Dafür muss man keinen tiefen Programmierkenntnisse haben. Bei uns läuft alles über APIs, was absoluter Standard ist. Damit kommen in der Regel alle Fintechs sehr gut klar.

    Ihr seid selbst gerade auf der Suche nach Unterstützung im IT-Bereich. Was muss ein neuer Mitarbeiter oder eine neue Mitarbeiterin bei CONCEDUS denn mitbringen?

    Marcel: Auch wenn wir schon bestehende Module und Dienste programmiert haben, wird nach wie vor viel entwickelt oder weiterentwickelt. Das ist ja auch klar, weil wir unsere Systeme immer an den jeweiligen Anwendungsfall und an immer neue Geschäftsmodelle anpassen müssen. Und das macht es natürlich auch spannend. Es macht absolut Sinn, wenn man als Entwickler oder als Entwicklerin bei CONCEDUS ein oder zwei objektorientierte Sprachen beherrscht – alle anderen Sprachen dann nur noch Dialekte, die man sich dann nur noch anzueignen braucht. Wir nutzen viel C und C-Sharp. Wobei ich auch offen bin für komplett andere Sprachen wie Node oder auch Python. Es geht bei uns weniger darum, eine absolute Spezialistin oder einen Spezialisten zu haben, sondern wir schauen eher nach Personen, die ein etwas breiteres Spektrum haben. Die Aufgaben verändern sich immer schneller, wodurch sich auch die Sprachen und die Infrastrukturen immer weiterentwickeln. Das bringt die IT so mit sich. Der Bereich ist immer viel von Entwicklung und Wandel geprägt.

    Welche Trends siehst Du, die 2022 vermehrt auf Dich und Dein Team zukommen werden?

    Marcel: Auf jeden Fall die Skalierung. Das könnte auch dazu führen, dass vielleicht andere Sprachen als jetzt verwendet werden – vielleicht Go oder sogar noch etwas neueres. Die Anforderung wird zunehmen, dass zeitweise extrem viele Daten verarbeitet werden müssen – und immer noch mit einem sehr hohen Sicherheitsbedarf. Und dann geht das auch über die Schnittstellen oder die Programmierung hinaus, sondern würde eher auf der Infrastrukturebene ablaufen. Gerade was die IT-Sicherheit angeht, gibt es reale Gefahren, die man vorab schon aktiv in bedenken muss. Dafür muss die IT immer auf dem neuesten Stand sein. Wenn noch mehr in Richtung Krypto passiert, werden wir uns auch noch weiterentwickeln müssen, was die Implementierung von Schnittstellen angeht. Das ist dann ein komplett neues Gebiet und dann ist von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der IT weniger eine spezifische Sprache gefordert, sondern eher die Lust darauf, neue, intelligente Lösungen für immer komplexer werdende Herausforderungen zu finden.

    Arbeit im Büro oder Home-Office – wie wird bei Euch im IT-Bereich gearbeitet?

    Marcel: Wir arbeiten bei CONCEDUS viel hybrid. Ich bin beispielsweise entweder hier im Büro in der Nähe von Nürnberg, arbeite aber auch mehrere Tage der Woche aus Frankfurt. Gerade bei neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist es in der Anfangsphase natürlich sinnvoll, wenn sie so viel Zeit wie möglich im Büro verbringen. Später kommt es dann sehr auf die aktuelle Projektphase an oder auf die aktuellen Themen, die anstehen. Manche Dinge kann man besser in zwei, drei Tagen in Ruhe aus dem Home-Office erledigen, weil viele da konzentrierter arbeiten. Ich glaube, dass das hybride Arbeiten auf längere Sicht zumindest bei Digitalfirmen die Zukunft ist. Mir kommt es aber ehrlicherweise nicht so sehr darauf an, wo jemand sitzt, sondern dass er oder sie das Feuer hat, CONCEDUS weiterzuentwickeln und nach vorne zu bringen. Das steht für uns bei der Jobsuche absolut im Mittelpunkt.

    Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für das Gespräch genommen hast, Marcel!