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06 Sep 2021

“Ein Datenaustausch per API ist schnell, sicher und einfach skalierbar“

Wenn Unternehmen miteinander kooperieren, kommen zum Datenaustausch vermehrt API-Schnittstellen zum Einsatz. Wie diese genutzt werden, was sich für die Firmen dadurch verbessert und wie die Schnittstellen bei einem digitalen Haftungsdach zum Einsatz kommen, erklärt CONCEDUS-CTO Marcel Lacroze.

Marcel, was ist eine API-Schnittstelle?

Marcel: API-Schnittstellen ermöglichen einen einfachen, sicheren und schnellen Datentransfer zwischen verschiedenen IT-Systemen. Im Prinzip wird durch APIs ermöglicht, dass die technischen Infrastrukturen von verschiedenen Geschäftspartnern miteinander sprechen und interagieren können. Die ersten Schnittstellen in dieser Form wurden Anfang der 2000er Jahre entwickelt und eingesetzt – beispielsweise bei Ebay. Mittlerweile kommt diese Technologie in immer mehr Bereichen zum Einsatz. 

CONCEDUS-CTO Marcel Lacroze

Wie findet bei einem klassischen Haftungsdach denn der Datenaustausch statt?

Marcel: Der Worst Case ist tatsächlich, dass noch ganz klassisch Papier und Excel-Listen zum Einsatz kommen, die dann händisch bearbeitet werden. Nimmt dann bei den Fintechs die Zahl an Kunden und Transaktionen zu, kann das mitunter Tage dauern, bis alle Daten an das Haftungsdach weitergeleitet und dann auch bearbeitet sind. Bei einem digitalen Austausch über API-Schnittstellen geht das deutlich schneller. Die Übertragung geht in Sekunden, verarbeitet ist dann innerhalb von ein paar Minuten. Ein Datenaustausch per API ist schnell, sicher und einfach skalierbar.

Wie setzt Ihr APIs bei CONCEDUS ein?

Marcel: Wir verfügen über Schnittstellen für alle verschiedenen Zulassungen: Bei einer Anlageberatung sind beispielsweise andere Kundendaten erforderlich als bei einer Anlagevermittlung oder einer Finanzportfolioverwaltung. Also werden auch andere Schnittstellen zum Datenaustausch benötigt. Vereinfacht gesagt erhalten wir per API die Daten des Fintechs, die wir als digitales Haftungsdach für den jeweiligen Tatbestand benötigen, verarbeiten sie weiter und antworten dann darauf.

Wie gewährleistet Ihr dabei einen möglichst effektiven Datenaustausch?

Marcel: Wir arbeiten mit sehr vielen unterschiedlichen Unternehmen zusammen, die alle ihre eigenen Infrastrukturen betreiben und eigene Prozesse haben. Deshalb ist es extrem wichtig, dass wir bei den API-Schnittstellen einen möglichst einheitlichen Standard verwenden, der einerseits die Prozesse von CONCEDUS berücksichtigt, gleichzeitig compliance-konform ist und dennoch wenig Aufwand für unsere Partner bedeutet. Da auch eine erhöhte Menge an sensiblen Daten ausgetauscht wird, ist Effizienz neben der Datensicherheit mit das höchste Gut.

Welche Daten werden zwischen den Fintechs und Euch per API ausgetauscht?

Marcel: Wenn die Unternehmen neue Kunden gewinnen, müssen sie uns diese Stammdaten zukommen lassen. Dazu zählen dann auch mögliche Legitimationsdaten wie Video-Ident. Wir benötigen auch die Informationen zu einem möglichen Investment, damit wir intern die Prüfungen durchführen können. Im Prinzip sammeln die Fintechs über die gesamte Zeichnungsstrecke Daten in Verzeichnissen ein, die für die jeweilige Transaktion relevant sind. Diese werden im Anschluss per API an uns übermittelt.

Welche Voraussetzungen muss es bei den Fintechs geben, damit sie gemeinsam mit Euch über APIs kommunizieren können?

Marcel: Das ist der entscheidende Punkt: API-Schnittstellen können mit nahezu allen Systemen genutzt werden – ob die Unternehmen eigene Backends haben oder Lösungen anderer Anbieter nutzen. Sie sind gewissermaßen Technik-neutral. Die meisten Fintechs benutzen ohnehin schon APIs für Videoident-Anbieter, Banking, Payment oder andere integrierte Dienstleister. Da wäre es ein extrem einfacher Weg, auch das Haftungsdach per Schnittstellen zu managen. Wir haben in den vergangenen Jahren bereits verschiedenste Cases in die Praxis umgesetzt und beziehen ihre Wünsche auch immer aktiv in die Weiterentwicklung mit ein. Denn nur durch einen aktiven Wissensaustausch können alle vorankommen.

Vielen Dank für das Gespräch, Marcel.

jens-secker